Und täglich grüßt die Suchaktion

Tierarzt sucht Katze unter dem Sofa

Tiere sollten bitte für die tierärztliche Untersuchung und Behandlung bereitgehalten werden

Mein Job hat viele sehr schöne Facetten. Nur eines würde ich mir öfter wünschen: dass das Tier bei meinem Besuch bereit für die Untersuchung oder Behandlung ist. Dass es die Halter zumindest vorher schon in ein Zimmer gebracht und die Tür geschlossen haben.

Für mich ist es halb so wild, auf allen Vieren unter fremde Sofas zu kriechen – auch wenn die Halter das witzig finden, untätig daneben stehen und belustigte Fotos schießen. Aber das Tier soll sich in seinem eigenen Revier sicher fühlen. Dazu gehört auch, dass kein Fremder unter das Sofa greift und es hervorzieht.

Wenn möglich regle ich das so, dass ich das Tier mit einem Leckerli unter seinem Zufluchtsort hervorlocke und ihm Zeit gebe, sich an mich zu gewöhnen. Das klappt in vielen Fällen sehr gut. Aber es kostet eben auch Zeit. Zeit, die ich mir viel lieber für das Tier nehmen würde.

Comments

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    Anton Schneider

    Der Job als mobiler Tierarzt klingt sehr witzig und abwechslungsreich. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es manchmal anstrengend sein kann, die Tiere unter den Sofas herauszuziehen, finde ich es umso bewundernswerter, wie dabei Rücksicht auf die Tiere genommen wird. Vielen Dank für den interessanten Beitrag!

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      Pascal Klunder

      Hallo Herr Schneider, vielen Dank für Ihren Kommentar! In der Tat ist mein Job sehr abwechselungsreich, ich bin viel unterwegs, besuche viele Haushalte in dieser Stadt und treffe viele verschiedene Menschen/Patienten. Dabei sind die Herausforderung wirklich sehr unterschiedlich, von einfach bis schwer, von kooperativ bis wiederspenstig, von groß bis klein, von kurz bis lang … Die flexible zeitliche Komponente ist ein absoluter Vorteil in diesem Arbeitsmodel, war im klinischen Bereich leider kaum bis nicht möglich. Jeder neuer Arbeitstag bringt neue Erfahrungen und neue Eindrücke: meine Tätigkeit würde ich um nichts in der Welt wieder aufgeben wollen! Gruß, P. Klunder

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    Hannes Bartschneider

    Ich möchte mit meinem Hasen bald zum Kleintierkardiologen. Auch ich habe Angst, dass er versucht abzuhauen oder vom Tisch springt und sich versteckt. Gut zu wissen, dass da auch die Tierärzte mit Leckerli arbeiten, um das Tier wiederzuholen.

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      Pascal Klunder

      Hallo Herr Bartschneider, vielen Dank für Ihren Kommentar! Sie haben recht, Kaninchen als Fluchttiere haben manchmal sehr spontane und grenzenlose Reaktionen, würden durchaus ohne Rücksicht auf Verluste vom Tisch in hohem Bogen springen – und sich womöglich verletzen: deshalb ist hier die Devise „Vorsicht geht vor Nachsicht“ absolut angesagt. Dennoch sind die Möglichkeiten ein weggelaufenes Kaninchen von unter der Couch zurückzuholen nicht immer so einfach, außerdem ist die zeitliche Flexibilität im klinischen Bereich (oder größere Praxis) verständlicherweise meist nicht so groß. Gruß, P. Klunder

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    Sandra Geier

    Vielen Dank für diesen Beitrag zum Alltag eines Tierarztes. Es stimmt, dass dabei bei Hausbesuchen sehr behutsam mit dem Tier umgegangen werden sollte, damit es in seinem natürlichen Habitat nicht verschreckt wird. Ich finde deshalb den Ansatz, es mit einem Leckerli unter dem Sofa herzulocken, wirklich sehr gut.

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      Pascal Klunder

      Hallo Frau Geier, vielen Dank für Ihren Kommentar! Im Rahmen meiner Möglichkeiten versuche ich mich bei meinen Hausbesuchen dem/den Patienten anzupassen und sie in Ihrem Umfeld nicht zu „impulsiv“ anzupacken: sicher fordert diese Strategie ein wenig mehr Zeit, aber in der Regel ist das Ergebnis sehr positiv. Die erlangte „Vertrauensbasis“ ermöglicht eine bessere Zusammenarbeit (manchmal sogar ohne die Beteiligung des Tierhalters …) bei der Untersuchung und dem Behandeln, teils sogar längerfristig. Allerdings gibt es auch die unverbesserlichen Fälle bei denen das gewohnte Umfeld eine Festung darstellt: wenn diese Patienten in der Praxis/Klinik durch die extreme Angst absolut zahm sind, lassen sie in ihrem trauten Heim jegliche Abneigung und Verachtung komplett raus … 😉 Gruß, P. Klunder

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    Lea Mühlich

    Meine Katze findet Tierarztbesuche oft stressig. Toll ist es natürlich, wenn der Tierarzt zu einem nach Hause kommt. Ich verstehe auch, dass du dir wünschst, dass das Tier zumindest schon vorher bereit gehalten wird.

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      Pascal Klunder

      Hallo Lea Mühlich,
      solange die zu untersuchenden Katzen kontaktfreudig und nicht scheu sind, dann ist es eigentlich nebensächlich. Dennoch gibt es tatsächlich kontaktscheue Fellnasen, die bei der ersten Gelegenheit fliehen und ggf. nicht mehr ohne größere Umstände eingefangen werden können (z.B. unter dem Bett, hinter dem Schrank, etc.)! Ich empfehle immer meinen Tierhaltern, ihre Katze in einem nicht zu großen Raum mit wenig Fluchtmöglichkeiten bis zu meinem Besuch zu halten. In den allermeisten Fällen verlaufen meine Hausbesuche problemlos!
      Gruß aus Berlin, P. Klunder

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